Wolfgang Overath – das Leben einer Kölner Ikone


Groß war der Aufregung im November, als Wolfgang Overath sein Amt als Präsident beim 1. FC Köln niederlegte. Seit 2004 hatte der gebürtige Siegburger den Fußballverein gelenkt, die Hochs und Tiefs der „Geißböcke“ miterlebt und sich für den Verein eingesetzt. Den meisten ist Overath daher hauptsächlich als Sportfunktionär ein Begriff, doch auch in seiner Zeit als aktiver Fußballer war Overath regelmäßig wegen seiner Leistungen in den Fußballnachrichten vertreten.

Seine Karriere im Fußball begann für den damals Zehnjährigen 1954 bei seinem Heimatverein Siegburger SV 04. Neun Jahre spielte er dort, ehe er 1962 zum 1. FC Köln wechselte. Bei den Kölnern gilt Overath seitdem als Kultfigur. In den 14 Jahren, in denen er das Trikot trug, absolvierte er insgesamt 765 Spiele und schoss dabei 287 Tore, davon 409 Spiele und 83 Tore in der Bundesliga. In dieser Zeit mauserte sich Overath schnell zur Empfehlung in Fußball Wetten Tips, gewann 1964 die Meisterschaft sowie 1968 und 1977 den DFB-Pokal.

Auch im Trikot der Nationalmannschaft sorgte Overath für Aufsehen. Mit insgesamt 81 Einsätzen und 17 Toren war der Mittelfeldspieler einer der wichtigsten Spieler im damaligen DFB-Kader. Nachdem er mit der deutschen Elf Vizemeister bei der WM 1966 in England und 1970 Dritter hinter Brasilien und Italien geworden war, feierte Overath seinen größten Erfolg bei der legendären Weltmeisterschaft 1974, als er in allen Spielen der Deutschen in der Startelf stand und letztlich den Titel holte.

Drei Jahre später beendete Overath seine Karriere als Fußballer und arbeitete von nun an als Repräsentant für den Sportartikelhersteller Adidas. 1994 kehrte er dann zu den Kölnern zurück, für die er bis 1998 als Mitglied im Verwaltungsrat tätig war. Im Juni 2004 übernahm Overath dann das höchste Amt im Verein und wurde zum Präsidenten des 1. FC Köln gewählt. Er war übrigens der erste FC-Präsident mit sportlicher Vergangenheit.

Dabei waren seine Ziele hoch: Der Verein sollte in die erste Liga zurückkehren und innerhalb von nur vier Jahren wieder um internationale Titel mitspielen. Mit der Verpflichtung von Huub Stevens gelang den Kölnern der Aufstieg schließlich und so spielten die Kölner 2005/06 wieder um die Meisterschaft mit. Doch unter Neutrainer Hanspeter Latour ging es wieder bergab, woraufhin Christoph Daum die Mannschaft trainierte und im zweiten Anlauf den Wiederaufstieg sicherte. Nachdem dieser aber den Verein überraschend verließ, wurde Zvonimir Soldo verpflichtet, der nur knapp am Abstieg vorbeischrammte. Insgesamt wurden ganze sechs Cheftrainer unter Overaths Führung entlassen, wofür er nicht selten kritisiert wurde.

In wirtschaftlicher Hinsicht lief es unter Overath jedoch gut, da er weitgehend auf Berater aus dem Verein und aus dem nahen Umfeld setzte. So verdoppelte sich unter anderem die Mitgliederzahl um das Doppelte, ehe sich Overath im November schließlich aus der Öffentlichkeit zurückzog.