Spannung für die Kleinsten


Eine gewisse Spannung zu empfinden kann etwas sehr Schönes sein. Damit ist nicht die künstlich erzeugte Spannung eines Computerspiels gemeint oder die Spannung bei der Betrachtung eines aufregenden Filmes, bei dem man sich in einen der Charaktere so sehr hinein versetzt, dass man mit ihm fühlt, sich mit ihm freut, mit ihm leidet und mit ihm alle Ängste teilt. Spannung kann man auch in der Vorfreude auf eine Belohnung empfinden, mit der man ganz fest rechnet. Diese Spannung ist etwas sehr Schönes. Zu wissen, dass man eine Belohnung erhält, die einen erfreut, erzeugt meistens ein starkes Kribbeln unter der Kopfhaut und im Nacken, das aber nicht bedrohlich wirkt, sondern erfrischend. In früheren Zeiten wurde diese Spannung, also die angespannte Erwartung einer Belohnung, oft dazu benutzt, Kinder zum richtigen Verhalten zu motivieren. Wenn man eine Belohnung erwarten durfte, dann war es doch viel leichter, der Mutter bei der Hausarbeit oder dem Vater beim Reinigen des Familienautos zu helfen. Auch den Müll trug man viel lieber hinunter als ohne diese Motivation, und selbst die Kehrwoche vor dem Haus wurde mit Eifer ausgeführt. Sogar das Verhalten unter Geschwistern war oft von viel mehr Rücksicht geprägt, wenn man wusste, dass man durch einen Streit, wie er sonst schnell einmal ausbricht, Gefahr gelaufen wäre, eine erwartete Belohnung nicht zu erhalten.

Oft genügt es den Erwachsenen und speziell den Eltern aber schon, wenn Sie sich vorstellen, mit welch glänzenden Augen ihre Kinder auf die Belohnung warten, und sie erwarten im Gegenzug dafür gar kein spezielles Verhalten. Adventskalender für Kleinkinder sind ein Beispiel dafür. Was wäre die Adventszeit ohne diese süße Spannung für die Kleinsten?