Fight Club – Ansprechende Besetzung durch handwerkstreuen Regisseur in Szene gesetzt


Geht es um Filme, die einen gewissen Aspekt unserer Gesellschaft kritisieren wollen, so sollte vorsichtig gehandelt werden. Oftmals verläuft man sich in dieser Hinsicht in pseudointellektuellen Einheitsbrei, der zwanghaft dem Mainstream entlaufen möchte. Der Film Fight Club verhält sich an dieser Stelle ein wenig differenziert. Es muss zwar festgehalten werden, dass auch hierbei die vorherrschende Gesellschaft stark kritisiert wird, jedoch erfolgt dies zum einen implizit und wird zum anderen genussvoll und ansprechend in Szene gesetzt.

Der Film wurde im Jahre 1999 produziert und war für die damalig vorherrschende Jugend ein Kultfilm. Ältere Semester, zum Teil auch die weibliche Bevölkerung, nahmen dieses Werk eher kritisch auf. Zum Teil mag der Eindruck vorgeherrscht haben, dass rohe und unnötige Gewalt verherrlicht werde. Ob dies das Ziel David Finchers, dem Regisseur, war, darf dahingestellt sein. Als viel wichtiger darf angesehen werden, welchen Zweck die Gewalt und welchen Zweck der Fight Club darstellen mögen.

Wer den Film als eine Gesellschaftsstudie betrachten will, wird relativ schnell fündig. Die schizoiden Aspekte dürfen als nicht dazugehörig gesehen werden, vielmehr ist dies ein handwerklicher Trick des Autors, um dem Ende einen Aha-Effekt hinzufügen zu können, was bei Filmen freilich enorm wichtig ist. Vielmehr wird die permanente Unzufriedenheit mit dem Alltag dargestellt, die sich beim Übergang von der Jugend in das Erwachsenenalter ergibt. Allzu oft erscheint der sich vorfindende Trott öde und einschläfernd, das Einfügen in ruhigere und unterschiedliche soziale Schichten erscheint belanglos. Fight Club stellt womöglich ein wenig die Suche nach dem Abenteuer im Alltag des gutsituierten Yuppies dar.

Brad Pitt sowie Edward Norton nehmen die Hauptrollen in Fight Club ein. Ebenfalls zu erwähnen wäre Helena Bonham Carter, die mit diesem Film ihren internationalen Durchbruch feiern konnte. Beim Konsum ist auf die verschiedenen Schnittversionen zu achten, sodass auch das gesamte Werk betrachtet werden kann.