Kathari Textilpflege


Der Begriff Wäsche bezeichnet sowohl den Prozess des Säuberns (Waschens) von Textilien in Wasser als auch eine bestimmte Gruppe von waschbaren Textilwaren.

Die Wäsche, also der Verlauf des Waschens von Textilien, kann in vielfältigster Form erfolgen. Wenigstens in den Industrieländern wurde das Waschen per Hand (auch als Handwäsche bezeichnet) so gut wie vollkommen durch die Maschinenwäsche, also durch das Waschen in Waschmaschinen, ersetzt. Ausnahmen davon bildet in der Regel nur die Handwäsche empfindlicher Textilien. Abgesehen von der klassischen Wäsche ist heute die Chemische Reinigung eine weitere Form der Säuberung. Ein Etikett ist in der Regel an Textilien angebracht, auf dem in Form standardmäßiger Textilpflegesymbole Waschhinweise gegeben werden. Sie geben auch die empfohlene Waschtemperatur an.

Waschmaschinen sehen für diverse Arten von Textilwaren diverse Waschprogramme vor: Kochwäsche, Feinwäsche, Buntwäsche, etc. (Mit den gleichen Begriffen werden auch die jeweiligen Textilien bezeichnet). Verschiedenartige Waschgänge folgen bei diesen Programmen aufeinander: z. B.: Vorwäsche, Hauptwäsche, Spülen, Abpumpen, Schleudern.

Der Waschverlauf hat sich in den letzten 100 Jahren sehr verändert. In großen Kesseln musste die Wäsche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch bis zu 24 Stunden lang eingeweicht, gekocht und dann mit unterschiedlichen Hilfsmitteln (Bleuel, Waschbrett usw.) von Hand bearbeitet werden. Wer es sich leisten konnte, nahm für empfindliche Wäschestücke Kern- oder Schmierseife; da diese aber recht teuer waren, wurde größtenteils mit Soda gewaschen, was die Hände der Wäscherin sehr stark auslaugte. Da zum Ausspülen der Wäsche sehr viel Wasser benötigt wurde und die Häuser vielmals noch keine eigenen Wasseranschlüsse hatten, ging man vielfach noch an den Bach oder die Wasserpumpe. Auch das Auswinden der Wäsche war sehr mühsam. Oft wurden anknüpfend Weißwäsche und Stücke mit schwer entfernbaren Verschmutzungen noch im Sonnenlicht gebleicht, also auf der „Bleiche“, einer besonders gepflegten Grünfläche, ausgelegt und vielmals mit der Gießkanne begossen (an diese Sitte erinnern vielerorts noch Straßennamen wie „Auf der Bleiche“ usw.). Das Gras produziert unter Einwirkung des Sonnenlichts Bleichsauerstoff. Da das Waschen so aufwendig war, wuschen wohlhabendere Leute häufig nur 2 bis 3 Mal im Jahr; einfache Leute mussten vielmals einmal im Monat Waschtag abhalten, da sie nicht genug Wäsche hatten. Waschhäuser und Waschküchen, in welchen mit warmem Wasser gewaschen werden konnte, existierten schon In den Städten. Dazu wurde Wasser in einem riesigen Kessel erhitzt, woher auch die Bezeichnung der Wasch-„Küche“ stammt. Auch hier erfolgte das Wäschewaschen noch nach dem gleichen Leitfaden mit Seife, Soda, Bürste, Waschbrett und Bleuel (der mit längerem Stiel auch zum Durchrühren der Wäsche im Waschzuber verwendet wurde). Mit dem Wäschestampfer wurde eine Hilfestellung der Handwäsche gewonnen. Durch einen gefederten, in der Glocke montierten, siebartig durchlöcherten Teil wurde bei den neuesten Modellen Luft und Lauge jeweils beim Stampfen angesaugt und durch die Wäsche gedrückt.

Mit einem mechanischen Hebelwerk wurde bei den ersten Waschmaschinen ein Rührflügelkreuz mit der Hand angetrieben. Auch sie hatten keine Kochvorrichtung. Im Kochkessel wurde die Wäsche nach wie vor gekocht. Die saubere Wäsche wurde mithilfe eines am Waschkessel montierten Walzenwringers ausgedrückt, um die wertvolle Lauge wieder in der Maschine aufzufangen. Waschmaschinen, die vermittels Anschluss an die Wasserleitung durch den Leitungsdruck angetrieben wurden, gab es auch um 1930 herum.

Die ersten modernen Vollwaschmittel kamen in den 1950er Jahren auf den Markt. Nur wenige leisteten sich den Kauf, da die Preise für dieses neue Produkt noch so hoch waren. Ihnen blieb das langwierige Schrubben und Bürsten der Wäsche noch nicht erspart.

Die Trommelwaschmaschine setzte sich in den 1970er Jahren stufenweise durch. Das Waschen wurde mit ihr wesentlich einfacher. Hausfrauen hatten vor allem am Schleudergang ihrer neuen Maschine ihren „Spaß“ – denn wenn die Maschine nicht fest im Boden verankert war, brachten die Erschütterungen das Geschirr in den Schränken zum „tanzen“; verschiedene Modelle machten sich auch selbstständig, d. h., die Maschine setzte sich durch die Erschütterungen beim Schleudern in Bewegung und ruckelte durch den Raum oder sogar durch Teile des Hauses. Der Maschine trauten manche Hausfrauen aber nicht ganz über den Weg. Deswegen entstand das „Bullauge“, durch welches sie immer ein Auge auf die Wäsche werfen konnten.

Heute wird wesentlich öfter gewaschen, weil Waschen so einfach geworden ist, so dass insgesamt doch wieder mehr Energie, Wasser und Zeit verbraucht wird als früher.