Ortenau Entrümpelungen


Ein Markt, auf dem benutzte Sachen frei von Erwerbsdruck von Privatleuten bereitgestellt werden ist im originären Sinne ein Flohmarkt (auch Trödelmarkt). Seine Bezeichnung verdankt der Trödelmarkt spätmittelalterlichen Kleidergaben der Fürsten. Einmal den Einwohnern gegeben, wurde mit diesen Kleidungsstücken gehandelt. Dabei wechselte auch der eine oder andere Floh den Gastgeber.

Die großen traditionellen Flohmärkte werden oft unentgeltlich von Vereinen oder von gesondert dafür eingerichteten Arbeitskreisen in den jeweiligen Gemeinden veranstaltet. Zu einem Anreise-Tourismus aus dem weiteren Umland führt die besondere Atmosphäre solcher – in der Regel nur ein- oder zweimal pro Jahr stattfindenden – Events in einigen Städten. Zahlreiche der großen Trödelmärkte schmücken sich mit den unterschiedlichsten Superlativen wie größter, längster oder ältester Trödelmarkt der Stadt, der Gegend, des Landes oder der Welt. Überregional bekannt und folglich gut besucht sind z. B. der Berliner Flohmarkt am Mauerpark, der Frankfurter Flohmarkt am Mainufer, der Bonner Rheinauenflohmarkt, der Trempelmarkt in Nürnberg, der Töster Markt in Tostedt, der Nachttrödelmarkt in München, der Trödelmarkt auf der Promenade in Münster, der Altstadt-Trödelmarkt am Hohen Ufer in Hannover und der Flohmarkt in Konstanz am Bodensee, der Nachtflohmarkt in Leipzig oder der Vohwinkeler Flohmarkt unter der Wuppertaler Schwebebahn. Der Flohmarkt in Elisabethfehn zieht sich über einige Kilometer am Elisabethfehnkanal entlang. In Österreich zählen der Trödelmarkt auf dem Naschmarkt in Wien und der in Viktring bei Klagenfurt zu den bekanntesten.

Seit 2011 sind Trödelmärkte an Sonn- und Feiertagen nach einer Entscheidung des VG Koblenz in Rheinland-Pfalz nicht erlaubt.

In einem deutlich kleineren Rahmen als die altehrwürdigen Flohmärkte finden die beruflich organisierten Trödelmärkte meist statt. Aus – oft minderwertiger – Neuware und von Profis angebotener Ware besteht das Warenangebot. Haushaltsauflöser bieten vermehrt Ware feil. Die Organisatoren qualifiziert organisierter Märkte erschließen immer neue Parkplätze, Uferstraßen und Brachflächen. Eintritt oder Parkgebühren werden hin und wieder erhoben.

Der Flohmarkt rund ums Kind ist in Deutschland weit verbreitet. Kindergärten, Jugendeinrichtungen oder Pfarreien veranstalten solche Kindersachen-Trödelmärkte, auf denen Babyausstattungen, Kinderkleidung, Spielzeug und Kinderbücher veräußert werden. Um die Ausgaben für den erwartungsgemäß schnell wechselnden Bedarf der aufwachsenden Kinder einzugrenzen, werden diese Angebotevon weiten Bevölkerungskreisen genutzt.

Als Spende zugute kommt der komplette Erlös bei Spenden-Flohmärkten entweder dem gemeinnützigen Veranstalter, zum Beispiel einer Kirchengemeinde, oder einem humanitären Zweck.

Waren zu einem bestimmten Sammelgebiet werden auf Themen-Flohmärkten, wie Bücher-, Militaria-, Schallplatten-, Puppen- oder allgemeine Spielzeugbörsen, gehandelt. Markt- und Fachzeitschriften und deren Internetseiten informieren über Termine und Themen.

Der Nachtflohmarkt ist eine tageszeitlich moderne Version des Trödelmarktes, der spätnachmittags bis nachts meist in geschlossenen Veranstaltungshallen stattfindet. Für manchen Nachtflohmarkt müssen Besucher Eintritt zahlen, um am Handel mitmachen zu können. Im Besonderen im Süden und Osten von Deutschland etablieren sich seit einigen Jahren Nachttrödelmärkte, die einem stark gemischten und urbanen Publikum spätes Erstehen und Veräußern von Trödel aller Art ermöglichen. Zusätzlich gibt es dort oftmals ein Rahmenprogramm, meistens Essen und Getränke und Musik. In Leipzig existiert seit dem Jahr 2000 der Nachtflohmarkt im Kohlrabizirkus, in München findet seit 2007 der Nachttrödelmarkt nachtkonsum statt. In Erfurt konkurrieren die Nachttrödelmärkte in der Thüringenhalle und in der Messehalle um Besucher, meist an aufeinanderfolgenden Samstagen.