Rentner im Ausland – Post vom Finanzamt Neubrandenburg


Das Finanzamt Neubrandenburg ist für alle Rentner zuständig, die im Ausland leben und aus Deutschland ihre Rente erhalten. Laut Angaben der Bundesregierung sind das über 500.000 Rentner. Obwohl kein deutscher Wohnsitz besteht, müssen in der Regel deutsche Renteneinkünfte im Rahmen der beschränkten Steuerpflicht versteuert werden. Das Finanzamt Neubrandenburg verschickt daher Steuerbescheide an die im Ausland lebenden Rentner.

Wenn ein Rentner Deutschland verlässt und seinen Wohnsitz aufgibt, sei es er kündigt sein Mietverhältnis oder er vermietet sein Haus oder seine Wohnung, dann gibt er damit seinen Wohnsitz in Deutschland auf. Sofern er sich im Jahr des Wegzugs weniger als 6 Monate in Deutschland aufgehalten hat, hatte er auch keinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland. Damit endet die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland. Viele Rentner glauben dann, dass Sie damit keine Steuern mehr in Deutschland zahlen müssen. Das ist jedoch ein großer Irrtum.

Wer weder einen Wohnsitz noch einen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat, ist beschränkt steuerpflichtig mit seinen deutschen Quelleneinkünften. Deutsche Quelleneinkünfte sind zum Beispiel Vermietungseinkünfte in Deutschland oder aber auch der Bezug von Rente vom deutschen Rententräger.

Wer in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig ist, der hat einen Grundfreibetrag von aktuell 8.004 € (bei Ehegatten 16.009 €). Bei einer Rente, die erstmals bereits vor 2005 ausgezahlt wurde, werden lediglich 50% als steuerpflichtige Einkünfte berücksichtigt. Wer erst in 2012 seine Rente erhalten hat, der muss bereits 64% seiner Renteneinkünfte besteuern. Viele Rentner müssen daher aufgrund des Grundfreibetrages in Deutschland keine Steuern zahlen.

Bei beschränkter Steuerpflicht fällt jedoch die Berücksichtigung des Grundfreibetrages weg, so dass faktisch die steuerpflichtigen Einkünfte steuerpflichtig sind. Rentner im Ausland werden somit gegenüber der unbeschränkten Steuerpflicht benachteiligt. Viele Rentner wundern sich, wenn sie Post aus Deutschland erhalten und plötzlich nachzahlen müssen, oft mehrere Tausend Euro. Es gibt jedoch einen Ausweg.

Gegen einen Steuerbescheid vom Finanzamt Neubrandenburg sollte umgehend Einspruch eingelegt werden. Bei Auslandzustellungen tritt Bestandskraft in der Regel nach 2 Monaten ein und danach kann kein Einspruch mehr erfolgreich eingelegt werden. Es gibt die Möglichkeit für Rentner im Ausland, sofern die Einkünfte zu 90% der Besteuerung in Deutschland unterworfen sind (das ist bei Erhalt von Renten aus Deutschland der Fall, sofern keine zusätzlichen Einkünfte im Ausland erzielt werden), auf Antrag sich als unbeschränkt steuerpflichtig behandeln zu lassen. Ein Rentner stellt also einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht im Rahmen der Steuererklärung und erhält somit den Grundfreibetrag.

Das Finanzamt Neubrandenburg wird daraufhin den erlassenen Steuerbescheid aufheben.

Rentner die davon betroffen sind, sollten sich von einem Steuerberater beraten lassen, um keine böse Überraschung erleben zu müssen. Hier kann bares Geld gespart werden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an
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