Wer oder was ist in Deutschland krank


Unter anderem mit dieser Frage befasst sich der Kommentar von Georg Meyer-Wahl zum Thema DSM. Die Abkürzung DSM steht für Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. Es handelt sich dabei um ein Statistisches Handbuch zur Thematik der psychischen Störungen. Fachleute und Experten legen die DSM-Inhalte fest, um einzelne oder eine Vielzahl von Diagnosen reproduzierbar zu machen. Als Diplompsychologe und praktizierender Psychotherapeut ist Georg Meyer-Wahl mit dem DSM sowohl vertraut als auch befasst. Auch als ehemals angestellter Mitarbeiter auf dem Gesundheitssektor kann der Kommentar von Georg Meyer-Wahl zu diesem Thema als fachlich fundiert und versiert betrachtet werden.

 

Georg Meyer-Wahl stellt fest, dass ab Jahresmitte 2013 nach der bis dahin aktualisierten Fassung des DSM auch in Deutschland gearbeitet werden soll. Für viele Experten stellen sich mehr Fragen, als dass Antworten gegeben werden. Eine der Fragen ist die, was sich gegenüber den vergangenen Jahren ändern wird, und wie in der Praxis damit umgegangen werden kann. Georg Meyer-Wahl erwartet vermehrt die Fragestellung, wo eine Krankheit endet und die Individualität beginnt. Der Betroffene fragt sich das natürlich auch umgekehrt und erwartet Antworten von seinem Psychotherapeuten. Die Fachleute erwarten von der Neufassung des DSM eine deutliche Verschiebung hin zum Krankheitsbild. Mittendrin sehen sich die Krankenkassen. Deren finanzielle Belastung wird durch die Anwendung des zukünftig neu geltenden DSM erkennbar steigen. Je mehr Krankheiten als solche diagnostiziert werden, umso kränker sind letztendlich die Betroffenen. Diagnose ist in diesem Falle gleichzusetzen mit einer kostenträchtigen medizinischen Behandlung.

Für Georg Meyer-Wahl sind zwar viele Fragen beantwortet, mindestens ebenso viele aber noch offen oder völlig neu.