Steuerbüro Götzen-Krieg Mainz


Als Steuerberater (StB) wird der Angehörige eines freien Berufs tituliert, der in steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen berät. In Deutschland und Österreich ist die Legitimation zur Beschäftigungsausübung an gewisse Bedingungen gebunden.

Das Gewerbe des Steuerberaters wird freiberuflich ausgeübt und unterliegt deshalb nicht den Regelungen der Gewerbeordnung. In Deutschland sind der Aufgabenbereich und die Ermächtigung umfassend im Steuerberatungsgesetz und der dazugehörigen Durchführungsbestimmung vorgegeben. Viele Beratungstätigkeiten gehören zu den Vorbehaltsaufgaben und dürfen nur von berechtigten Steuerberatern und einigen wenigen weiteren Berufsangehörigen ausgeführt werden. Die berufständische Vertretung der Steuerberater in Deutschland sind die Steuerberaterkammern, die sich unter dem Dach der Bundessteuerberaterkammer vereinen.

Betreuung in Steuerangelegenheiten, zur Vertretung in finanzgerichtlichen Hergängen und zur Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen ist die Aufgabe der Steuerberater. Die Beschäftigung kann selbständig oder im Angestelltenverhältnis ausgeführt werden.

Die Dienste des Steuerberaters bestehen erst einmal in der bedachten Beratung für eine ideale Steuergestaltung, der Erstellung von Buchhaltungen, Jahresabschlüssen und Steuererklärungen sowie der anschließenden Erforschung von Steuerbescheiden und der Vertretung des Kundeen in Streitfällen mit dem Finanzamt und vor dem Finanzgericht.

Die Rechtsberatung auf anderen Rechtsgebieten (Vorbehaltsaufgabe der Rechtsanwälte) und die Überprüfung von Jahres- und Konzernabschlüssen (Vorbehaltsaufgabe der Wirtschaftsprüfer) ist nicht zulässig.

Fakturiert wird das Entgeld für die Steuerberatung nach der Steuerberater-Gebührenverordnung (StBGebV). Meist ist der Gegenstandswert oder der Zeitfaktor die Grundlage. Für die Richtigkeit der Steuerberatung haftet der Steuerberater dem Mandanten gegenüber und muss hierfür eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen.

Der Mitarbeit von kompetentem Personal (Steuerfachangestellte) kann sich der Steuerberater bedienen und muss die Tätigkeiten nicht vollständig selbst ausüben. Grundvoraussetzung ist, dass die Beschäftigten einzig weisungsgebunden unter der fachlichen Aufsicht und beruflichen Verantwortlichkeit des Steuerberaters aktiv werden.

Den Beruf des Steuerberaters darf alleinig ausüben, wer von der zuständigen Steuerberaterkammer als Steuerberater legitimiert ist. Wer die Steuerberaterprüfung i.S.d. § 37 Steuerberatungsgesetz (StBerG) absolviert hat oder von dieser Prüfung entbunden worden ist, kann bestellt werden. Neben der erfüllten Prüfung – sind die persönliche Tauglichkeit des Antragstellers (z. B. geordnete wirtschaftliche Verhältnisse, keine strafgerichtliche Verurteilung) und eine Deckungszusage einer Berufshaftpflichtversicherung für die Bestellung nachzuweisen. Die Aufnahme in die Haftpflichtversicherung des Arbeitgebers ist zu belegen, wird der Job als Angestellter ausgeübt. Die Legitimation erfolgt durch Überreichung einer Bescheinigung. Ohne gleichzeitig Steuerberater sein zu müssen, sind gem. § 3 StBerG aber auch Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen befugt.

Die Berechtigung zur Steuerberaterprüfung kann prinzipiell auf zwei Wegen erfolgen:

Der gelungene Abschluss eines wirtschaftswissenschaftlichen oder rechtswissenschaftlichen Hochschulstudiums ist Grundvoraussetzung für den wissenschaftlichen Weg über ein (Fach-)Hochschulstudium (§ 36 Abs. 1 StBerG). Daran anknüpfend ist eine praktische Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechts vorzuzeigen. Die Dauer dieser Beschäftigung ist von der Regelstudienzeit des abgeschlossenen Hochschulstudiums abhängig. Grundlegend sind zwei Jahre bei wenigstens vier Jahren (acht Semestern), drei Jahre praktischer Arbeit müssen dem Studium folgen bei weniger als vier Jahren (acht Semestern). Zu berücksichtigen ist, dass eine Trennung zwischen Universität und Fachhochschule nicht mehr getroffen wird. Ausschlaggebend ist einzig die Normstudienzeit des Studienganges. Studiengänge der Berufsakademie haben eine Normstudienzeit von weniger als acht Semestern. Sie gelten allerdings als Studium im Sinne des StBerG. Angesichts der geringen Ausbildungszeit dauert die berufspraktische Arbeit nach dem Ende der Hochschulausbildung mindestens drei Jahre.

Nach Beendigung einer kaufmännischen Ausbildung und zehnjähriger praktischer Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechtes kann ebenfalls die Zulassung zur Steuerberaterprüfung auf dem berufspraktischen Weg über eine kaufmännische Berufsausbildung (§ 36 Abs. 2 StBerG) erfolgen. Eine Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten ist hierbei der Normalfall. Zu beachten ist, dass sich dieser Zeitraum auf sieben Jahre verkleinert, wenn die Klausur zum geprüften Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirt erfolgreich abgelegt wird. </

Abschließend können auch Beamte des gehobenen Dienstes der Finanzverwaltung zur Prüfung zugelassen werden. In diesem Fall beträgt die Dauer der praktischen Tätigkeit mindestens sieben Jahre nach bestandener Laufbahnprüfung, wobei jedoch zu bemerken ist, dass Beamten des gehobenen Dienstes der Steuerverwaltung nach Abschluss ihrer Ausbildung der akademische Grad Diplom-Finanzwirt (FH) zuerkannt wird, wodurch sie regelmäßig drei Jahre nach Abschluss der Ausbildung zur Steuerberaterprüfung zugelassen werden können.

Verantwortlich für die Abwicklung der Steuerberaterprüfung sind ab 2009 die Steuerberaterkammern. Die Finanzministerien der Länder, die i. d.R. die Verantwortung auf die Oberfinanzdirektionen als Mittelbehörden abgegeben haben, sind aber noch immer für die Anfertigung der Prüfungen verantwortlich. Die Zusammenstellung der Prüfungskommissionen bleibt auch bei der Abnahme der mündlichen Klausuren unverändert, d. h. der Vorsitzende jeder Kommission ist noch immer ein Finanzbeamter.