Der Wasserstrahlschneider hat keine Mühe mit den härtesten Materialien


Wenn es darum geht, Materialien zu durchtrennen, die nicht leicht zu schneiden sind, hilft ein Wasserstrahlschneider. Mit einem Hochdruckwasserstrahl ist dieses mit dieser Maschine machbar. Bis zu 6000 bar Druck kann mit diesem Strahl erreicht werden. Die Schnelligkeit des Wassers beim Austritt beträgt dann 1000 m/s. Ausgesprochen nützlich, wenn man einen Wasserstrahlschneider benutzt, ist die Tatsache, dass das Schneidgut nicht heiß wird. Genau aus diesem Grund nutzt man dieses Gerät ebenfalls häufig, wenn es um das Schneiden von gehärtetem Stahl geht.

Für die Arbeit mit einem Wasserstrahlschneider gibt es auch festgelegte Mindestanforderungen bei der Beschaffenheit des Wassers. Wenn man ein optimales Ergebnis erhalten möchte, so nimmt man im Normalfall ein speziell aufbereitetes Wasser für diesen Vorgang. Bis zu 120 Dezibel hoch ist der Schalldruck, der entsteht, wenn das Wasser mit einer ausgesprochen hohen Geschwindigkeit heraustritt. Fachleute empfehlen aufgrund dessen, die Düse mit einer Wasserglocke zu umgeben, damit die Schallemission reduziert wird. Ein Wasserstrahlschneider ist sehr vielseitig einzusetzen und man kann mit dem Gerät alles vom Schaumstoff bis zum Saphir bearbeiten. Die Maschinen findet ihren Einsatz am häufigsten in der Bearbeitung von Kunststoff sowie in der Metallbearbeitung. Weitere Anwendungsbereiche sind die Leder- und die Steinbearbeitung. Dadurch, dass der Schneidekopf äußerst schwenkbar ist, lassen sich beliebig komplizierte Formen ausschneiden. Es lassen sich Genauigkeiten bis zu 0,005 mm/m Bearbeitungslänge erzielen.

Mit einem Wasserstrahlschneider können also exakte Ergebnisse erreicht werden. Das Trennen ist ein Einsatzgebiet des Gerätes. Ein zweites ist jedoch auch noch das Entgraten. Dabei werden scharfe Kanten, Auffaserungen oder Splitter von diversen Werkstücken bearbeitet. Mit einem Wasserstrahlschneider können verschiedene Schneideverfahren angewandt werden. Das Verfahren des Reinwasserschneidens arbeitet mit der natürlichen Strahlenenergie des Wassers. Um ein sehr hartes Material zu durchtrennen ist diese Verfahrensweise meistens nicht geeignet. Bei weicheren Stoffen kann allerdings ein sehr exaktes Ergebnis erzielt werden. Die Leistung beim Schneiden mit einem Wasserstrahlschneider kann noch angepasst werden, indem man zusätzlich ein Schneidmittel benutzt. Das wird auch Abrasiv genannt. Möchte man sehr harte Stoffe schneiden, so werden dem Wasser oft die Mineralien Granat oder Korund beigemischt. Um abrasiv schneiden zu können, muss der Schneidekopf des Wasserstrahlschneiders aus einer Reinwasserdüse, einer Abrasiv-Mischkammer und einer Fokussierdüse bestehen. Nur mit diesen drei Komponenten kann der Strahl eine solche Energie erzeugen um die härtesten Stoffe zu bearbeiten.

Eine weitere Methode, die häufig angewendet wird, ist die des Mikrowasserstrahlschneidens. Besonders wenn man darauf bedacht ist, exakte Winkel zu erzeugen und das Material bis zu 40 mm dick ist, ist diese Methode die passende. Ein Wasserstrahlschneider mit dieser Technik wird nur dann genutzt, wenn hohe Teilgenauigkeit und Geometrie notwendig sind. Selbstverständlich bedient man einen Wasserstrahlschneider nicht einfach mit der Hand. Dazu gibt es eine spezielle CNC-Steuerung.Damit kann die Maschine mit unglaublicher Genauigkeit gesteuert werden.

Der erste einsatzfähige Wasserstrahlschneider wurde 1971 in Schweden erfunden – es handelt sich daher noch um eine recht junge Apparatur in der Industrie, die sich allerdings in kürzester Zeit durchgesetzt hat. Selbstverständlich unterliegt auch der Wasserstrahlschneider als industrielle Maschine einer vorgeschriebenen Norm.