Der Unterschied zwischen Berufsunfähiglkeites- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung


Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Begriff „Berufsunfähigkeit“ oder „Arbeitsunfähigkeit“ fällt im Allgemeinen, wenn ein Arbeitnehmer oder Selbständiger seinen Beruf aufgrund einer Krankheit, eines Unfalls oder einer Invalidität nicht mehr ausüben kann.

Nur ein Arzt kann eine Berufsunfähigkeit (BU) feststellen und bescheinigen. Laut seinem Urteil muss der Versicherte:

  • entweder nachweislich (ärztliches Attest) über einen gewissen Zeitraum hinweg mind. zu 50% arbeitsunfähig gewesen sein oder
  • nach einem gewissen Zeitraums definitiv nicht in der Lage sein, seinen Beruf zu mind. 50% auszuüben.

Der Zeitraum, über den der Arzt eine Prognose anstellt, ist entscheidend für die Definition von „berufsunfähig“ und damit für die Leistungsbereitschaft einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Man spricht auch von einer „Sechs-Monats-Prognose“. Dies reicht aus, um die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente zu erhalten.

Laut Bund der Versicherten, gibt es keine Alternativen zu Berufsunfähigkeitsversicherungen. Andere Versicherungen, wie etwa eine Unfall-, Dread-Disease-oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung bieten einen deutlich geringeren Schutz. Sie sichern Berufstätige für den Fall einer Berufsunfähigkeit nicht ausreichend ab!

Berufsunfähigkeitsversicherungen als Zusatz zu einer kapital bildenden Versicherung sind ungeeignet. Auch von einer Kopplung mit einer Rürup-Rente rät der Bund der Versicherten ab!

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Es kann vorkommen, dass sich bestimmte Berufsgruppen nur sehr teuer oder gar nicht gegen Berufsunfähigkeit versichern können. Für solche Fälle bietet sich eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung an.

Diese Versicherung greift wenn der Versicherte keinen Beruf mehr ausüben kann. Der Erwerbsunfähige kann also seinen Lebensunterhalt nicht mehr selbst aufbringen. Der Gesetzgeber spricht auch von „teilweiser Erwerbsunfähigkeit“ oder „verminderter Erwerbstätigkeit“. Dies richtet sich stufenweise nach der Anzahl der täglich leistbaren Arbeitsstunden.

Die berufliche Qualifikation ist bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung unwichtig. Auch Selbständige können diese Versicherung nutzen.

Im Vergleich zur BU-Versicherung ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung günstiger, bietet aber nur wenig Schutz, da nur bei 100-prozentiger Invalidität gezahlt wird

Beste Beratung

Vor dem Abschluss einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung empfiehlt sich eine persönliche Beratung. Achten Sie darauf, dass die Beratung von einem unabhängigen Versicherungsexperten durchgeführt wird.