Steuerhinterziehung und Selbstanzeige


In Sachen Steuerrecht und Steuerstrafrecht stolpert man vor allem über die Begriffe Steuerhinterziehung und Selbstanzeige. Hinter beiden Begriffen verbergen sich komplexe Themen, welche im Falle einer Straftat das Strafmaß beeinflussen bzw. darüber entscheiden ob überhaupt eine Strafe erfolgt. Eine Straftat liegt vor, wenn sich eine Steuerverkürzung als Steuerhinterziehung entpuppt, was nicht automatisch der Fall sein muss. Wenn also jemand falsche Angaben zu seinem Einkommen bzw. Vermögen gemacht hat oder wenn er die Angaben verspätet macht, dann kann er dies durchaus auch aus Versehen falsch getätigt haben. So ist schon so mancher allein durch eine Erbschaft in eine Steuerschuld geraten ohne es bemerkt zu haben. Man kann auch mal einen Termin versäumen, eine Zahl falsch abschreiben, dies alles erfüllt dann keinen Straftatbestand, sondern gilt als leichtfertige Steuerverkürzung, die als Ordnungswidrigkeit geahndet wird.

Steuerhinterziehung setzt also Wissen, Billigen bzw. Vorsätzlichkeit voraus. Ist die Tat einmal begangen, schwebt sie bis zur Verjährung wie ein Damoklesschwert über dem Schuldigen, denn nach Entdeckung kann die Strafe empfindlich hoch sein. Eine strafrechtliche Verjährung tritt nach fünf Jahren ein, doch die Festsetzungsfrist verjährt erst nach zehn Jahren. Als Festsetzungsfrist wird der Zeitraum bezeichnet, in dem die Steuern nachgefordert werden können. Nach sieben Jahren wird man also nicht mehr bestraft, doch die Steuern muss man noch zahlen und zwar inklusive der Hinterziehungszinsen, woraus sich ebenfalls eine stattliche Summe ergeben kann. Wer sich der Steuerhinterziehung schuldig gemacht hat und dies nachträglich korrigieren möchte, dem bleibt die Selbstanzeige, wodurch der Täter straffrei bleiben kann, selbst wenn er Steuerhinterziehung im großen Stil betrieben hat. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Selbstanzeige bestimmte Bedingungen erfüllt. So muss sie u.a. vollständig sein – es dar also nichts mehr vergessen werden, auch nicht versehentlich. Wer einer Steuerhinterziehung beschuldigt wird oder durch eine Selbstanzeige Straffreiheit erlangen möchte, der braucht einen Anwalt, der sich im Steuerstrafrecht auskennt, denn das ist eine komplexe Materie aus Steuerrecht und Strafrecht. So ein Steuerstrafrecht-Rechtsanwalt hat daher auch nicht nur Jura oder Steuerrecht studiert, sondern ist in beiden Themengebieten ein Experte. So kann der Mandant sicher sein, dass eine Selbstanzeige auch nach den neuesten Regeln wirksam ist und im Falle eines Strafprozesses alle strafmildernden Aspekte eingebracht werden.